Was kostet ein Anwalt?

Jede anwaltliche Tätigkeit – auch ein Erstberatungsgespräch – sind gebührenpflichtig und nicht kostenlos bzw. umsonst zu haben. Ich rechne grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ab. Das RVG stellt eine Gebührenordnung für Rechtsanwälte dar, vergleichbare Regelungen gelten auch für andere Freiberufler wie Ärzte und Ingenieure.

Geringere Gebühren oder Auslagen zu fordern, führt zu Preisdumping und begründet die Gefahr, dass die Qualität der anwaltlichen Tätigkeit sinkt. Die Forderung geringerer Gebühren ist im Übrigen auch nach der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) grundsätzlich untersagt. So regelt § 49 b Abs. 1 S. 1 der BRAO: „Es ist unzulässig, geringere Gebühren oder Auslagen zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz es vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt.“

In zivilrechtlichen Streitigkeiten ist für die Berechnung der eigenen Anwaltskosten der Streitwert bzw. Gegenstandswert maßgeblich. Ich weise in der Regel schon bei der telefonischen Terminvereinbarung für ein erstes Gespräch, spätestens jedoch dann auf die voraussichtlichen Kosten hin und kläre Ihre Fragen auf. Nicht wenige Anwälte thematisieren die eigenen Kosten gegenüber ihren Mandanten gar nicht oder nur am Rande, sodass oft erst nach Erhalt der ersten Rechnung des eigenen Rechtsanwaltes viele Mandanten von der Höhe der Kosten überrascht sind. Ich verstehe mich als fairer Dienstleister für Sie, daher ist in Ihrem Interesse Kostentransparenz eine Selbstverständlichkeit für mich.

Zögern Sie nicht zu fragen und vermeiden Sie unangenehme Überraschungen!

Was kostet ein Erstberatungsgespräch?

Die Gebühr für einen Rat oder eine Auskunft soll nach Willen des Gesetzgebers grundsätzlich vereinbart werden (§34 Abs. 1 S. 1 RVG). Wird eine Vergütung nicht vereinbart, dann bestimmt sich die Höhe der Gebühren und Auslagen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches. Ist der Auftraggeber Verbraucher, dann gilt für den Fall, dass eine Vergütung nicht vereinbart worden ist:

Für ein erstes Beratungsgespräch beträgt die Gebühr höchstens 190,00 € netto (§34 Abs. 1 S. 3 RVG).

Für ein Erstberatungsgespräch treffe ich regelmäßig eine Gebührenvereinbarung mit meinen Mandanten.

Nähere Einzelheiten kläre ich mit Ihnen im Vorgespräch!

Wie hoch ist das Honorar meines Anwaltes?

In einigen Fällen schließe ich auch Gebührenvereinbarung mit meinen Mandanten, da es mitunter Fälle gibt, in denen eine Bezahlung nach dem RVG nicht im Verhältnis zu dem tatsächlichen Arbeitsaufwand des Anwaltes steht. So kann ein Rechtsanwalt bei einem Mandat mit einem Streitwert bis 500,00 € bei Abrechnung nach dem derzeit geltenden RVG lediglich Gebühren in Höhe von 58,50 € fordern. Gerade in nicht einfach gelagerten Fällen muss der Anwalt erst seitenweise Unterlagen sichten und auswerten, um darauf aufbauend Verhandlungen mit dem Gegner zu führen, aufwändige Recherchen durchführen und/oder Schreiben aufsetzen. Es leuchtet wohl jedem ein, dass in solchen Fällen kein seriös arbeitender Anwalt dazu bereit ist, für einen sich aus der Abrechnung nach dem RVG ergebenden Stundenlohn zu arbeiten.

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorares ist nach § 49b Abs. 2 BRAO nach wie vor grundsätzlich unzulässig. Dies schließt jedoch ein Pauschalhonorar nicht aus. Vor allem in Strafsachen sind Pauschalhonorare oder auch die Abrechnung nach Arbeitsaufwand in Stunden rechtlich nicht zu beanstanden und in der Praxis überaus üblich.

Einzelheiten bespreche ich mit Ihnen während des ersten Gespräches!

Zahlt meine Rechtsschutzversicherung?

Ich arbeite mit jeder bundesdeutschen Rechtsschutzversicherung zusammen. Sie sind bei der Wahl ihres Anwaltes frei und nicht an die Empfehlungen ihrer Rechtsschutzversicherung gebunden. Die Stellung einer Deckungsanfrage ist in meiner Dienstleistung enthalten.

Bringen Sie die Unterlagen Ihrer Rechtsschutzversicherung zum Erstgespräch mit!

Was ist Beratungshilfe? Wie bekomme ich Beratungshilfe?

Die Beratungshilfe ist eine öffentliche Sozialleistung für Rechtssuchende, die die Kosten für die Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht selber aufbringen können. Die Beratungshilfe wird nur für außer- bzw. vorgerichtliche Beratung bzw. Vertretung durch einen Rechtsanwalt gewährt. Sobald ein Rechtsstreit bei einem Gericht anhängig ist, greift die sog. Prozesskostenhilfe. Beratungshilfe erhält derjenige, welcher ein derart geringes Einkommen erzielt, dass er sich selber keinen Rechtsanwalt leisten kann. Sie wird nur auf Antrag bei dem Amtsgericht hin gewährt, in dessen Bezirk der Ratsuchende seinen Gerichtsstand hat. Für Wuppertaler ist dies das Amtsgericht Wuppertal. Gesetzliche Grundlage ist das Beratungshilfegesetz (BerHG). Beratungshilfe wird in Angelegenheiten des Zivilrechts, des Verfassungsrechts sowie des Sozialrechts gewährt, nicht jedoch im Bereich des Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts.

Selbstverständlich kläre ich gerne Ihre weiteren Fragen im Verlauf der ersten Besprechung!

Was ist Prozesskostenhilfe bzw. Verfahrenskostenhilfe? Wie bekomme ich Verfahrenskostenhilfe?

Jeder vor einem Gericht auszutragender Rechtsstreit kostet Geld. Will jemand Klage erheben, muss er für das Verfahren in der Regel einen Gerichtskostenvorschuss einzahlen. Auch bei der Verteidigung gegen eine Klage können Kosten entstehen. Die Prozesskostenhilfe (PKH) soll sicherstellen, dass jedermann unabhängig von seinem Einkommen Prozesse führen kann und nicht nur der „Reiche zu seinem Recht kommt“. § 114 Abs. 1 S. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) regelt, wer einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat: „Eine Partei, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, erhält auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.“

Die Gewährung von PKH bzw. VKH führt dazu, dass die Partei von der Zahlung von Anwalts- und Gerichtskosten erst einmal befreit ist, soweit sie nicht in der Lage ist, sich an den Kosten eines Rechtsstreites zu beteiligen. Ändern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Partei nachträglich, wird das Gericht anordnen, ob und in welcher Höhe die gewährte PKH bzw. VKH zurückzuerstatten ist. Wichtig: Die PKH umfasst nicht die Anwaltskosten des Gegners, sodass je nach Umfang eines möglichen Unterliegens, also Verlierens die Kosten des gegnerischen Anwaltes nicht erstattet werden!

Den Antrag auf Gewährung von PKH stelle ich gerne für Sie. Dafür müssen Sie unter anderem in meiner Kanzlei einen Vordruck einer Erklärung über ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse ausfüllen und auch Belege bspw. über das erzielte Einkommen, der Höhe Ihrer Wohnungsmiete, etc. beibringen.

Sprechen Sie mich auch bei Fragen zu diesem Thema an!